Das Holstentor

Die wohlhabende Hansestadt Lübeck war durch einen starken Verteidigungswall gegen Angreifer von außen geschützt. Nur drei Stadttore ermöglichten es den Leuten die Stadt zu betreten. Das Burgtor im Norden, das Mühlentor im Süden und das Holstentor im Westen. Der östliche Stadtrand war durch die aufgestaute Wakenitz geschützt.

Das Lübecker Holste(i)ntor erhielt seinen Namen von Holstein, der Region im Westen von Lübeck. Das Holstentor ist eines von vier Toren welche die Stadt in westlicher Richtung schützten. Die anderen drei Tore mussten im Laufe der Geschichte der Industrialisierung weichen. Zum Beispiel dem ersten Lübecker Bahnhof.
Das Holstentor, welches man noch heute betrachten kann wurde im Zuge der Modernisierung der alten Stadtmauer zwischen den Jahren 1464 und 1478 gebaut. Zu dieser Zeit waren Schusswaffen sehr verbreitet und das alte Tor bot nicht mehr genügend Schutz. Die Mauern des neuen Schutzwalls waren 3,5 Meter dick. Der architektonische Stil des Holstentores ist Gotisch.
Dreißig Kanonen waren zur Verteidigung im „mittleren Tor“ untergebracht. Heute liegen die untersten Schießscharten unter der Erde, da das Holstentor pro Jahr einige Zentimeter im Boden versank. Restaurierungen in den Jahren 1933/34 und 2005/06 verhindern weiteres Absacken und damit den Verfall des Holstentores

Für 107 Jahre wurde das mittlere Tor als Stadttor genutzt. Im Jahre 1585 wurde ein neues Tor gebaut. Gerade einmal 20 Jahre vor dem alten Tor wurde es errichtet und bereits 1621 durch ein weiteres, dem „zweiten äußeren Tor“, ersetzt. Über den alten Schutzgraben führt noch heute die Puppenbrücke.
1871 erhielt das Holstentor zwei Inschriften. Auf der Innenseite S.P.Q.L. Senatus popolusque Lubecensis / Senat und Volk von Lübeck. Auf der Außenseite Concordia domi foris pax / Eintracht innen, draußen Friede.
Das Holstentor ist ein häufig abgebildetes Bauwerk und ist unter anderem das Markenzeichen des Lübecker Edelmarzipan Herstellers Niederegger. Es war außerdem auf dem alten 50 DM-Schein und auch auf vielen Briefmarken. Heute ist es auf der deutschen 2 €uro Münze von 2006 abgebildet.
Heutzutage ist im Holstentor ein Museum welches über die Lübecker Stadtgeschichte informiert.