Das Theater Lübeck wird heute von der Lübecker Theater GmbH, einer Gesellschaft
der Hansestadt Lübeck, betrieben und ist eines der großen Theater in Schleswig-Holstein.
Das Theater wurde im Jahr 1909 im Jugendstil errichtet, an der Stelle des Vorgängerbaus aus dem 18. Jahrhundert
in der Beckergrube der Lübecker Altstadt. Spenden des Mäzens Emil Possehl ermöglichten den Bau durch den
Dresdner Architekten. Die Reliefs im Hauptgesims der Sandsteinfassade sind eine Arbeit des Bildhauers
Georg Roemer. Das Mittelfeld stellt den Gott Apollo und die neun Musen dar sowie jeweils seitlich Komödie
und Tragödie. Die das Giebeldreieck tragende Gruppe von Karyatiden und Atlanten ist eine Arbeit des
seinerzeit in Hamburg ansässigen Bauplastikers Karl Weinberger. In den 1990er Jahren wurde es umfassend
saniert.
Das bürgerliche Interesse an Schauspiel und Oper erwacht auch in Lübeck erst im Zuge der Aufklärung. Die
erste Oper wurde am 2. Juni 1746 im Hause des Zimmermeisters Schröder, Ecke Königstraße/Wahmstraße,
aufgeführt. Der Vorgängerbau des heutigen Theaters von 1752 und das Verhältnis von Ensemble zum
städtischen Großbürgertum im 19. Jahrhundert, wird ausführlich in Thomas Manns Roman „Die Buddenbrooks“
(s. auch Buddenbrookhaus) beschrieben.
Das Angebot des Lübecker Theaters umfasste ursprünglich alle Sparten. Nach Einstellung des Balletts
bietet es im Großen Haus Kammerspiele, auf der Studio-Bühne Musiktheater und Sprechtheater sowie
Konzerte der Lübecker Philharmoniker dar. Hier begannen unter anderem die Karrieren von Hermann
Abendroth, Wilhelm Furtwängler und Christoph von Dohnányi.
50 Prozent der Anteile der Theater Lübeck GmbH hält die Hansestadt Lübeck, jeweils 12,5 Prozent der
Kreis Herzogtum Lauenburg, der Landkreis Nordwestmecklenburg, die Kaufmannschaft zu Lübeck sowie die
Gesellschaft der Theaterfreunde e. V. Lübeck.